In den uns heiligen Zahlen

Wir schließen unsere Schriftstücke mit der rituellen masonischen Höflichkeitsformel i...d...u...h...Z.... Diese Formel setzt eine Initiation, ein geheimes Wissen voraus, das erfahren oder zumindest mitgeteilt wurde. Im Grunde bedeutet diese Formel nichts anderes, als dass Wissen nur in Kenntnis der Geheimnisse der Zahlen mitgeteilt werden kann. Schon unsere Brr... Werkmaurer wurden in die Gedanken von Pythagoras, Platon oder Aristoteles eingeweiht; und so können wir Brr... FM... auch nichts anderes als uns der Zahlen weiter zu bedienen.

In unserem Kulturbereich, der durch christlich-jüdische aber auch islamische Traditionen geprägt ist, baut die Beschäftigung mit den Zahlen, hauptsächlich auf den Pythagoräern und den von ihnen geschaffenen Grundlagen auf. Für Pythagoras steht die Idee der Ordnung im Mittelpunkt seiner Gedanken, es ist zunächst die mathematische Ordnung, dann die Ordnung des Kosmos und schließlich die ethische und soziale Ordnung. Pythagoras entdeckte, dass die Intervalle der Tonleiter den Verhältnissen der Längen schwingender Saiten entsprechen, die durch Zahlenverhältnisse ausgedrückt werden können. Die so entstehenden Verhältnisse sind 1:2, 2:3 und 3:4. Damit sind die ersten vier natürlichen Zahlen gegeben, deren zentrale Bedeutung die Pythagoräer immer wieder hervorgehoben haben. Für sie ist der Kosmos mit reiner Mathematik isomorph. Wie sich die Harmonie an Seitenrelationen mathematisch ausdrücken lässt, so ist für die Pythagoräer die Wesenform aller Dinge zahlenmäßig ausdrückbar. Die Beobachtung der regelmäßigen Himmelsbewegungen lässt nicht nur die Idee der geordneten Sphären­harmonie aufkommen sondern auch die Idee, dass das Werden der Welt mit dem Werden der Zahlen einher geht. Die Einheit entsteht aus dem Leeren und der Grenze, aus dem Einen werden Zahlen, aus den Zahlen entsteht der ganze Himmel, das Uni­versum.

Der Unterschied zwischen Geraden und Ungeraden Zahlen zog die Aufmerksamkeit der Pythagoräer besonders auf sich. Denn alle geschaffenen Dinge sind nach ihrer Auf­fassung in zwei Kategorien geteilt. Die Ungeraden Zahlen sind der rechten Seite, der Grenze, dem Männlichen, Ruhenden, Geraden (im Gegensatz zu gebogen), dem Licht, dem Guten und in der Geometrie dem Quadrat zugeordnet. Die Geraden Zahlen dagegen ent­sprechen dem Unbegrenzten (weil sie unbegrenzt teilbar sind), der Vielheit, der linken Seite, dem Weiblichen Bewegten, Gekrümmten, der Finsternis dem Bösen und in der Geometrie dem Rechteck.

Dieser Kontrast zwischen dem Einen und dem Vielen, ausgedrückt in Geraden und Un­geraden Zahlen, spielt dann später in der Mystik mit ihrem Streben, die ungeteilte ab­solute Einheit wieder herzustellen, eine wesentliche Rolle.

Die ungerade Zahl spielt eine große Rolle im Volks- und Aberglauben. Diese Vor­liebe führt dazu, dass rituelle Handlungen, Gebete, Beschwörungen oft in Ungeraden Zahlen vorgenommen werden. So wird ein Zauber drei- oder sieben Mal wiederholt, Gott ist dreimal heilig (kadosch) und der GM eröffnet eine Arbeit der GL in drei Mal drei.

Die Pythagoräer ordnen den Zahlen auch geometrische Formen zu: 1, 3, 6, 10, 15 usw. sind Dreieckszahlen, 1, 4, 5, 9, 16, 25 sind Quadratzahlen. Der Eins ist der Punkt zuge­ordnet, der Zwei die Gerade, der Drei die Fläche (die ja erstmals als Dreieck erscheint) und der Vier der Körper (als Tetraeder).

Die vollkommenste Zahl ist die Zehn, weil sie sich als die Summe der ersten vier ganzen Zahlen darstellt (1 + 2 + 3 + 4 = 10), Tetraktys und als gleichseitiges Dreieck dargestellt werden kann. In der Zehn wird die Vielheit wieder zur Einheit. Deshalb bemühten sich die Pythagoräer auch, in ihrem System der kosmischen Ordnung 10 Himmelskörper zu finden und konstruierten, weil die vorhandenen neun nicht ausreichten, einen zehnten, die unsichtbare Gegenerde.

Die Gedanken der Pythagoräer und Platons, der, obwohl den Pythagoräern gegenüber kritisch eingestellt, doch in den Zahlenerscheinungen Schlüssel zum Mysterium der Natur sah, wurden im Neuplatonismus und in der Gnosis  fort entwickelt. So entstand eine Zahlenmystik, die man so zusammenfassen kann.

  • Die Zahl beeinflusst das Wesen der Dinge, die in ihr irgendwie angeordnet sind
  • Die Zahl wird dadurch zum Mittler zwischen Göttlichem und Irdischen
  • Wenn man also Operationen – welcher Art auch immer – mit Zahlen ausführt, so wirken diese Operationen auch auf die Dinge, die mit den entsprechenden Zahlen zusammen hängen.

Damit erhält die Zahl ihr besonderes Wesen, ihre metaphysische Bedeutung. Plotin schreibt: „Zahlen bestehen vor den Objekten, die durch sie beschreiben werden. Die zahlreichen Sinnesobjekte erinnern die Seele an den Begriff der Zahl“.

Diese Zahlenspekulationen werden im Mittelalter in der jüdischen Tradition zur Kabbala verdichtet, die auf einer höchst komplizierten Zahlenmystik aufgebaut ist. Das All- oder Ur-Eine (En-Sof) teilt sich in zehn Sefiroth (von safar, Zahl) die untereinander auf geheimnisvolle Weise verbunden sind und miteinander wirken, wobei die 22 Buch­staben des hebräischen Alphabets ebenfalls als Verbindungen zwischen den Sefiroth dienen. Die oberste Sefira ist Kether (Krone), aus der sich Hokma (Weisheit) und Binah (Intelligenz) abzweigen. Die vierte Sefira ist Chesed (Liebe), die fünfte Gebura (Gerechtigkeit, die sechste Tiphered (Schönheit), die siebente Nezach (Triumph), wozu dann als achte Hod (Pracht), als neunte Yessod (Fundament) und als zehnte Malkuth (Reich oder Wirklichkeit) kommen. Malkuth wird auch mit der Schechina gleichgesetzt, die im Exil dieser Welt lebt. Neben der Welt der ersten göttlichen Emanation, Aziluth, die aus den zehn Sefiroth  gebildet werden, gibt es, nach kabbalistischem Verständnis, noch drei andere Welten, die ebenfalls von den Sefiroth abhängen; nämlich die Welt der Schöpfung und der himmlischen Sphären, Beriah, die Welt der Ausgestaltung der Wesen, die diese Sphären beleben und schließlich die Welt des materiellen, Asiyah. Aus der Wechselwirkung zwischen Zahl und Buchstaben zusammen mit dem Bild der Sefiroth ergeben sich nun aus der Bibel für den Kabbalistiker interessante Kombinationen, die von Zahlenmystik erfüllt sind.

Diese Vertauschbarkeit von Zahl und Buchstabe erfüllt auch das mittelalterliche Christentum. Die Kirche dieser Zeit macht reichen Gebrauch von der Zahlensymbolik, sagt doch die Bibel, dass alle Dinge nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet seien und Augustinus schreibt, dass die Zahlen in der Welt selbst präsente Form der Weisheit Gottes seien, die vom Menschen erkannt werden könnte.

Das Gefühl der Wichtigkeit und Wirksamkeit der Zahlen durchdrang die mittelalter­lichen Gelehrten so sehr, dass sie auch ihre Schriften in sinnvolle, symbolische Zahlen­gruppen einteilten. Ein gutes Beispiel ist die „Civitas Dei“ des Augustinus. Ihre 22 Sektionen entsprechen den 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets; sie sind unter­teilt in 2×5 Refutationes, entsprechend den 10 Geboten (10x du sollst nicht…) und den 3×4 positiven Lehren des Evangeliums, die auch mit den 12 Aposteln oder mit der Trinität und den 4 Evangelisten zusammenhängen. Ein weiterer Hinweis auf die Bedeutung der Zahlenmystik sind die mittelalterlichen Kathedralen, die nach genau solchen Prinzipien konstruiert sind.

Mag man auch die Zahlenmystik für eine intellektuelle Spielerei halten, so sollte man doch nicht vergessen, dass der Glaube an die Harmonia Mundi Kepler zu einigen seiner bahnbrechenden Entdeckungen geführt hat. Kepler hatte die unerschütterliche Über­zeugung einer von der Zahl regierten Harmonie von Mensch, Erde, All.

Selbstverständlich drückt sich die Harmonia Mundi auch in der hörbaren Harmonie, der Musik, aus. In der mittelalterlichen Musiktheorie spricht man von der Musica coelestis und Cassiodorus spricht im 6. Jahrhundert im pythagoräischen Sinn von der Musik als Lehre, die von den Zahlen spricht. Die Musik des Mittelalters und noch mehr die der Renaissance wendet sich den heiligen und geheimnisvollen Zahlen zu, die Drei für die Trinität, die Sieben für die Jungfrau Maria. Solche Zahlenallegorik, die im 17. und frühen 18. Jahrhundert weit verbreitet war, wurde besonders von J. S. Bach verwendet, dessen Werke auch als musikalische Mathematik bezeichnet werden.

Das Wissen um die Bedeutung und Allegorik der Zahlen geht auch in der deutschen Klassik und Romantik nicht verloren. Goethes und Schillers Werke sind voll von Hin­weisen auf das Geheimnis einzelner Zahlen und Novalis war überzeugt: „…dass in der Natur eine Mystik der Zahlen am Werk ist, und ebenso in der Geschichte.“

Auch heute noch ist unser Leben von Zahlensymbolik erfüllt, und wir stoßen hier in einen Grenzbereich, in dem sich Tradition einerseits und Psychologie andererseits treffen. Viele unserer täglichen Handlungen sind von der Dreizahl geprägt: aller guten Dinge sind drei, ein guter Christ dreimal niest, die drei Phasen der Verkehrsampel, das dreifache Hoch oder Hipp, Hipp Hurra. Ähnlich finden wir in den Werken der Bildenden Kunst, triadische Schritte, den Goldenen Schritt. Oft handelt es sich unbewusste Strukturen, die es aber einem späteren Interpreten ermöglichen, an beabsichtige Zahlensymbolik zu denken und manches hinein zu geheimnissen, das der Verfasser so gar nicht im Sinn  hatte. Andererseits erweist sich manches im Nachhinein als geradezu prophetisch, wie die Pythagoräer, die alle geraden Zahlen der Weiblichkeit zuordneten, wenn wir heute aus der Biologie wissen, dass weiblich das xx-Chromosom bedeutet, also die erste gerade Zahl?

Nach diesem eher allgemeinen Exkurs über das Wesen der Zahlensymbolik möchte ich euch nun Interpretationen und Deutungen für einzelne Zahlen liefern, eben für die uns heiligen Zahlen, ohne aber einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Selbstver­ständlich werde ich besonders die Verbindungen zur FM hervorheben.

Eins, die Zahl des Urgrundes

„Die Einheit durchdringt jede Zahl. Sie ist allen Zahlen gemeinsames Maß. Sie enthält alle Zahlen in sich vereint, schließt aber jede Vielfalt aus. Die Eins ist sich immer selbst gleich und unveränderlich, daher sie auch, mit sich selbst multipliziert, sich selbst wieder zum Produkt hat. Sie ist, wenngleich ohne Teile, teilbar. Sie wird aber durch Teilung nicht nur in Teile zerlegt, vielmehr in neue Einheiten. Keine dieser Einheiten ist indessen größer oder kleiner als die ganze Einheit, und jeder Teil ist wieder sie selbst in ihrer Ganzheit,“, so schreibt der Mystiker und Magier Agrippa von Nettesheim. Mag seine Interpretation der mystischen Qualitäten der Eins einer mathematischen Unter­suchung nicht standhalten, so zeigt sie doch, wie wichtig die Eins im religiösen Weltbild ist.

Die Eins ist das Symbol des Ur-Einen, Nicht-Polaren, Göttlichen. Sie ruht in sich selbst und umfasst Zusammenhang, Gesamtheit und Einheit. Die Eins ist das En Sof der Kabbala, das absolut Ur-Eine, das sich dann in absteigenden Graden manifestiert. Die Eins als Symbol der Gottheit – der eine, eifersüchtige Gott Israels, der keinen anderen neben sich duldet – erscheint in der neuplatonischen Lehre Plotins als über allen Formen stehend, die stets eine Mehrzahl bilden. Er sagt: „Jede Vielheit ist eine Vielheit von Einheiten, setzt also die Einheit an sich voraus“. Gott als Voraussetzung von allem ist daher der Einheit im absoluten Sinn gleichzusetzen. Die Eins ist das ideale Symbol der Gottheit, weil das Göttliche Geist ist, der mit materiellen Eigenschaften, die immer in der Mehrzahl erscheinen, nichts zu tun hat. Gott ist als Eins sowohl das absolut eine wie das in seiner Wesenheit Einzige.

Auch wenn das Christentum mit seiner Trinitätslehre die strikte Lehre der Einzigkeit gesprengt und hinter sich gelassen hat, so wird im Christentum der Eins doch höchste Bedeutung zuerkannt. So heißt es im Epheserbrief: „ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller.“ Und Angelus Silesius dichtet:

gleichwie die Einheit ist in einer jeder Zahl,

so ist auch Gott der Ein’ in Dingen überall.

Zwei, Polarität oder Entzweiung

„Die Zwei ist Zweifel, Zwist, ist Zwietracht, Zwiespalt, Zwitter,

die Zwei ist Zwillingsfrucht am Zweige, süß und bitter“

dichtet Br... Rückert in der Weisheit der Brahmanen und deutet damit einiges von der negativen Seite der Zwei an. Die Zwei ist Symbol für das Auseinanderfallen der gött­lichen Einheit, sie ist die Zahl der geschöpflichen Welt, sie ist nach Agrippa von Nettesheim die Zahl des Menschen, der anderer genannt wird und die Zahl. Sie ist die Zahl des Geschlechts und es Bösen, denn die Exegeten des Mittelalters betonen, dass am zweiten Tag in Schöpfungsgeschichte die Formel „und es war gut“ fehlt. Überall im Leben zeigt sich die zentrale Stellung solcher Zweispaltung, die nicht unbedingt negativ sein muss. Schon die Möglichkeit des Dialogs mit jemand außer mir verkörpert die Spannung der Zwei, des Ich und Du, so wie ihr Symbol – die Linie – sowohl trennt als auch verbindet.

Die Zwei ist eine mit der Schöpfung entstehende Zahl. Sie drückt die Polarität aus, ohne die Leben nicht ent- und bestehen könnte, männlich – weiblich, Ying – Yang, J – B, hell – dunkel, Feuer – Wasser, Sonne – Mond. Aus der Verschmelzung dieser beiden Gegen­sätze entsteht neues Leben, so im Tantrismus durch den Geschlechtsakt und die Kabbala kennt den „hieros gamos“, die heilige Verbindung der männlichen und weiblichen Gewalten, in den Paaren zeugender und empfangender Potenzen, am deutlichsten in der Verbindung der neunten Sefira Yessod mit der zehnten Schechina. Die Zweiheit muss überwunden werden, denn sie entstand, als der Mensch vom Baum der Erkenntnis aß und Gut und Böse zu unterscheiden lernte.

Mag auch die Zwei als Symbol der Polarität für den Fluss des Lebens notwendig sein, so steht sie doch in der Zahlensymbolik auf der Seite des Negativen und bedarf einer höheren Macht, um die Spaltung in der Welt zu überwinden. Und damit gelangen wir von der Einheit über den Zweifel (zwifal) zur Dreiheit.

Drei, die umfassende Synthese

Die Drei steht über dem Gegensatz der Zwei, wie es in unserem Sprichwort heißt, wenn sich zwei streiten freut sich der Dritte. In der Drei schließt sich die Eins, die Einheit, die aus sich heraus tritt und so zur Zwei wird, in einer neuen Natur wieder zusammen.

Die Dreiheit lässt sich aus der Naturbetrachtung mühelos erfahren und spielt so in Sage, Dichtung und Kunst eine große Rolle. Wir leben mit Wasser, Erde und Luft, eine Vorstellung von drei Welten, wie wir sie in der Einteilung von Himmel, Erde und Unter­welt in vielen Mythen wiederfinden – Zeus, Poseidon, Hades. Es gibt drei Aggregat­zustände fest- flüssig – gasförmig. Diese drei Welten symbolisierte der Salomonische Tempel mit seinen drei Räumen – Hulam, Hekal, Debir und in der FM – Saal der verlorenen Schritte, Loge, mittlere Kammer. Wir erfahren das Leben als Anfang – Mitte – Ende, bzw. Geburt – Leben -Tod, abstrahiert in Werden – Sein – Vergehen und ein voll­kommenes Ganzes entsteht aus These – Antithese – Synthese. Nach der Lehre der Pythagoräer ist die Drei die erste Zahl, die Anfang, Mitte und Ende hat. Und Laotse sagt: „das Tao erzeugt die Einheit, die Einheit erzeugt die Zweiheit, die Zweiheit er­zeugt die Dreiheit – die Dreiheit erzeugt alle Dinge.

In der Religionsgeschichte finden wir viele dreifache, dreifaltige Gottheiten, und dabei müssen wir gar nicht erst an die Dreifaltigkeit des Christentums denken, z. B. in Babylon die astrale Dreiheit Sin (Mond), Schamasch (Sonne), Ischtar (Venus); Maria erscheint in dreifacher Gestalt als Jungfrau – Mutter – Königin, in Indien Brahma (Schöpfer), Schiva (Zerstörer), Vischnu (Erhalter), in den ägyptischen Mysterienreligionen Isis – Osiris –Horus, der Erlöser.

In der Philosophie wird die Drei häufig als Einteilungszahl verwendet, die Kategorien Augustinus Sein – Erkennen – Wollen sind allgemein akzeptiert und Platons Ideal des Wahren – Guten und Schönen hat sogar Eingang in unser Ritual gefunden. Überhaupt finden wir die Dreiheit in der FM sehr oft. Die Drei ist die Zahl des Lehrlings schlecht­hin. Durch drei Schläge erhält er bei der Rezeption Einlass in den Tempel, drei Reisen führen ihn zum Licht. Nach drei Schlägen mit dem Hammer auf die Brust des Suchenden, haucht der MvSt dem L... mit den drei Bruderküssen spirituelles Leben ein – Geist, Erkenntnis, neues Leben. Drei Säulen tragen die L..., Weisheit, Stärke, Schönheit und drei Lichter beleuchten sie, Bibel, Winkelmaß und Zirkel. Im dreifachen Schritt ersteigen wir symbolisch die drei Stufen in den Osten, die Stufen zum Tempel hinauf. In drei Schritten soll das Ziel der FM, die Selbstveredelung erreicht werden, erkenne dich selbst, veredle dich selbst, beherrsche dich selbst. Drei hammerführende Brr... regieren die L..., Mvst, 1A, 2A., sie sind aber auch zur Dritt die Mittler zu dem Ur-Einen, dem ABAW, den wir als Dreieck symbolisch darstellen. Drei Rosen als Dreieck gelegt begleiten den Br... Maurer ins Grab

Das Dreieck ist ein anderer Aspekt als die erste geometrische Figur. Pythagoras deutet das Dreieck als Anfang der Entstehung im kosmischen Sinne, weil sich aus ihm geo­metrische Formen bilden lassen, Vierecke und Sechssterne. Das aufsteigende Dreieck steht nach Freud für das männliche Prinzip, das absteigende Dreieck oder Delta wird schon bei steinzeitlichen Frauenfiguren als Geschlechtszeichen verwendet. Einander durchdringend ergeben das aufsteigende und das absteigende Dreieck das Siegel Salomos, das Hexagramm, in der Alchemie Symbol für die Verschränkung von Makro- und Mikrokosmos.

Vier, die materielle Ordnungszahl

Die Vier ist unlösbar mit der Ordnung in der Welt verbunden. Schon früh haben die Menschen die vier Mondphasen – Neumond, zunehmender Mond, Vollmond, abnehmender Mond – beobachtet und so die Zeit, ein Monat gemessen. Genauso markieren die vier markanten Punkte des Sonnenlaufs – Sommer- und Wintersolstitium, Frühlings und Herbstäquinoktium den Lauf des Jahres. Mit ihnen erscheinen gleichsam am Horizont die vier Himmelsrichtungen, die Koordinaten für das Leben in dieser Welt.

Diese vier Punkte bilden ein Kreuz, dem ein Kreis für den Sonnenlauf umschrieben wird. So deutet das Kreuz mit dem Sonnenrad die Unsterblichkeit an, ein Symbol, das wir auf frühchristlichen Gräbern finden. Für den Neuplatoniker Porphyrius ist es Symbol des Seelischen im Kosmos.

Für die Pythagoräer ist die Vier von besonderer Bedeutung. Für sie ist sie die ideale Zahl schlechthin. Der vierte Körper, der Kubus, ist für sie, ebenso wie für die Chinesen, ein Symbol der Erde. In diesem Sinn sind die Vierfüßer auch typische Erdgeschöpfe. Die Vier bildet eine geometrische Form, die klar und übersichtlich ist, daher gilt das ideale Viereck als vollkommen und festgegründet. In diesem Sinn spricht man im englischen wohl auch von einem square man, und wir Brr... FM... haben wohl nicht von ungefähr den rechten Winkel als Symbol für Rechtschaffenheit und Rechtmäßigkeit. Nietzsche er­hofft den idealen Menschen als rechtwinkelig an Leib und Seele.

In der Kabbala wird dem Tetragrammaton – Jod, He, Vau, He – dem unaussprechlichen Namen Gottes Macht zugewiesen und der sollte magische Kräfte besitzen, der den Namen Gottes richtig aussprechen könnte.

Fünf, die Zahl des Lebendigen

Br... Schiller schreibt: „Fünf ist des Menschen Seele. Wie der Mensch aus Gutem und Bösem ist gemischt, so ist die Fünfe die erste Zahl aus Grad’ und Ungerade.“. Die Fünf, die Verbindung der maskulinen Drei mit der femininen Zwei erscheint als die ideale Zahl der Vereinigung von Männlichen und Weiblichen. Für C. G. Jung ist die Fünf die Zahl des natürlichen Menschen. In diesem Sinn zeichnet Agrippa von Nettesheim den Menschen in das Pentagramm. Kommt die fünf als Ordnungszahl in Kristallen – der unbelebten Natur nicht vor – so ist sie die hervorragende Ordnungszahl der belebten Natur – viele Pflanzen blühen mit fünf Blütenblättern.

Betrachtet man die Fünf unter astronomischen Gesichtspunkten, so ist die Fünf von alter her der Göttin Ischtar verbunden und somit die eigentliche Venuszahl. In diesem Sinn heißt wohl auch das Pentagramm im Englischen Liebesknoten. In christlicher Zeit wird Maria mit den Attributen der Ischtar versehen und so erstaunt es nicht, dass Mariendarstellung oft das Pentagramm zeigen.

Dem Pentagramm, dem Drudenfuß, werden magische Kräfte zugeschrieben. So zeichnet Faust einen Drudenfuß auf die Schwelle, um die bösen Geister abzuwehren, doch Mephisto kann den Raum betreten, weil das Pentagramm nicht komplett geschlossen ist. In der praktischen Magie gilt das Pentagramm als Zeichen des Mikrokosmos, worauf Paracelsus besonders hingewiesen hat. Der französische Magier Eliphas Lévy ver­wendete für seinen persönlichen Gebrauch ein, wie er es nannte „wissenschaftlich ver­vollkommnetes Pentagramm“, dessen Begrenzung aus Streifen, nicht Strichen, besteht, in die astrologische und kabbalistische Symbole eingeschrieben sind, unter anderem das Tetragrammaton. Er erklärt es so: „das Pentagramm drückt die Beherrschung der Elemente durch den Geist aus, und mittels dieses Zeichens fesselt man Dämonen der Luft, Feuer- und Wassergeister, den Spuk der Erde.“

Die Alchimisten waren auf der Suche nach der „Quinta Essentia“, die sie mit Hilfe der vier Elemente zu erreichen suchten. Diese Quinta Essentia sollte den Tod überwinden und ist damit verbunden mit Zeugung und Eros, wieder ein Hinweis auf die lebens­fördernde Kraft der Muttergöttinnen.

In der Maurerei ist die Fünf die Zahl des Gesellen. Er muss bei seiner Lohnerhöhung fünf Reisen machen, das Pentagramm als Flammender Stern leuchtet im Osten, in seiner Mitte der Buchstabe G, der auch als die fünfte Wissenschaft, die Geometrie, inter­pretiert wird. Außerdem gibt es fünf Ordnungen der Baukunst. Auf die fünf Punkte der Meisterschaft will ich in dieser Arbeit nicht näher eingehen.

Sechs, die vollkommene Weltzahl

Sechs gilt in der antiken und neuplatonischen Zahlensymbolik als die vollkommenste Zahl, weil sie sowohl die Summe als auch das Produkt ihrer Teile ist, sie entsteht aus 1+2+3 genau so wie aus 1x2x3. Die hellenistisch, jüdisch-mystische Exegese findet dieses Eigenschaften der Sechs in der Schöpfungsgeschichte bestätigt, wenn Gott die Welt in sechs Tagen er­schafft. Augustinus: „die Sechszahl ist nicht vollkommen, weil Gott die Welt in sechs Tagen schuf, vielmehr hat Gott die Welt in sechs Tagen vollendet, weil die Zahl vollkommen ist“. Auch ging man so weit den hebräischen Beginn des Alten Testaments  – b’reschit (im Anfang) so abzuteilen, dass daraus bara schit (er schuf die sechs) wurde.

In christlicher Tradition weist die Sechs neben Vollkommenheit auch auf die Kreuzigung Jesu hin, die am sechsten Tag der Woche um die sechste Stunde stattfindet. Wie die Schöpfung in sechs Tagen geschieht, blasen sechs Posaunenengel in der Apokalypse, so­lange Gott Gericht hält, und die Seraphim tragen als Zeichen ihrer Vollkommenheit in mittelalterlichen Darstellungen oft sechs Flügel.

In der Natur ist das Sechseck der ideale Baustein wie zum Beispiel die Bienenwabe, Wasser kristallisiert in Schnee als hexagonale Kristalle, und das Sechseck erscheint auch im Benzolring, den Kekulé in seinem berühmten Traum vorausahnte.

Sieben, die Säulen der Weisheit

Die Sieben hat in ganz besonderer Weise in unser alltägliches Leben Einzug gehalten. Jeder kennt die Märchen von den sieben Geißlein, den sieben Raben oder den Sieben­meilenstiefeln. Moderne Siebenmeilenstiefel sind die Flugzeugserien der Firma Boeing, die alle Siebenerkombinationen als Seriennummer tragen (747), wir kennen ein Sieben­gebirge und trinken SevenUp; auch der Kinderreim: wer will guten Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen… gehört hierher.

Für Pythagoras bedeutet die Sieben Weisheit, weil sich in ihr vier, Materie und sinn­liche Kräfte (Luft, der Intelligenz entsprechend; Feuer, dem Willen entsprechend; Ge­fühl, dem Wasser entsprechend; Moral, der Erde entsprechend), und drei, Geist, (aktives Bewusstsein; passives Unterbewusstsein; aktives Zusammenwirken) verbinden. Oft – manchmal auch auf dem Tapis – wird diese Beziehung durch ein Quadrat mit einem gleichseitigem Dreieck dargestellt. Diese Vereinigung von geistiger Drei und erden­hafter Vier liegt der Einteilung der sieben freien Künste in Trivium und Quadrivium zu Grunde. Ähnlich werden auch die sieben Sakramente in die höhere geistige Dreiheit (Taufe, Firmung, Eucharistie) und in die praktische Vierheit (Buße, Weihe, Ehe, Kranken­salbung) geteilt.

Eine weitere Wurzel der Verehrung der Sieben dürfte auf die Phasen des Mondes zurückgehen, der alle sieben Tage seine Form ändert, und der Mondgott war die oberste Gottheit im altorientalischen Pantheon. So zählen wir eine normale Schwangerschaft in vierzig mal sieben Tage oder zehn Lunarmonate, Shakespeare spricht von den „seven ages of man“, und in den Psalmen steht lapidar: „des Menschen Leben währt siebzig Jahre“.

Besondere Anlässe werden siebenfach begangen, so dauerte die Einweihung des salomonischen Tempels sieben Jahre, beim altjüdischen Sühneopfer erfolgt eine siebenfache Besprengung mit Blut und die Hochzeit des siebenlockigen Samson dauert sieben Tage. Besonders die Trauerperioden dauern oftmals sieben Tage. Dahinter steht die Vorstellung, dass die Seele sieben Zeiteinheiten braucht, um sich vom Toten zu lösen und die sieben Sphären zu überwinden. So werden in China sieben Mal an jedem siebenten Tag Totenrituale vollzogen. In den ägyptischen Begräbnisriten muss deswegen auch der Tote– zur siebenten Stunde der Nacht – sieben Tore durchschreiten, bevor er sein Ziel erreichen kann.

In den Mitrasmysterien steigt den Initiand durch sieben Planetensphären zu Gott, was durch sieben Tore dargestellt wird, bei deren Durchschreiten der Neophyt ein Kleidungsstück ablegen musste. Aus dieser Vorstellung entstehen die sieben Stufen des Purgatoriums genauso wie die sieben Seelenburgen der Theresia von Avila oder die sieben Wälle der Seelenburg des islamischen Mystikers Nuri (um 900); immer steht die Vorstellung vom Aufstieg durch die Planetensphären hinter allen mystischen Beschreibungen.

In der Maurerei finden wir die Sieben als Zahl des Meisters. Sie spiegelt sich in den Dimensionen des Tempels, von Ost bis West, von Nord bis Süd, vom Zenit bis zum Nadir mit dem Tapis als Allerheiligstem. Nach Prichards Masonry dissected (1730) machen 5 Brr...  (ein Meister, zwei Aufseher, ein Lehrling und ein Geselle) wohl eine L... aus, aber erst sieben Brr...machen eine L...gerecht und vollkommen (ein Meister, 2 Aufseher, 2 Lehrlinge und 2 Gesellen). Die Brr... FM interpretieren die Sieben allerdings nicht als Abschluss sondern im Gegenteil als neuen Anfang als Chance auf eine neue Entwicklung.

Acht, die glückhafte Acht

Im Altertum galt die Acht als bedeutende Glückszahl, denn wie hinter den sieben Sphären Planeten die Sphäre der Fixsterne lag, so lag im Mitrasmysterium hinter den sieben Toren der Berg der Verklärung, auf dessen Erreichen die Riten den Suchenden vorbereiten sollten, damit er nach dem Tod in die Lichtheimat eingehen könnte.

Die Acht hat aber auch einen ambivalenten Charakter. Acht Speichen hat das Rad des Schicksals, wie wir es als Arkanum X im Tarot finden. So deutet die Acht auf das kosmische Gleichgewicht hin.

In unserem Tempel finden wir die liegende Acht als Lemniskate in der Knotenschnur auf unserem Tapis, wo sie Unendlichkeit bedeutet.

Neun, die potenzierte heilige Drei

Die Neun ist als 10 – 1 die Nähe zur Vollkommenheit. Diese Interpretation finden wir vor allem in der mittelalterlich, christlichen Tradition. So finden wir die neun Ordnungen der Engel, in der sich die vollkommene Drei reflektiert, zu denen aber die göttliche Einheit als die zehn vervollkommnendes Glied tritt.

Insgesamt spielt die neun in der semitisch-christlichen Welt keine so große Rolle, wie im indogermanisch, zentralasiatischen Raum. Dies dürfte mit der Erfahrung der von den drei besonders kalten Wintermonaten und den neun Dunkelmonaten der Nordhemisphäre zusammenhängen. Eine besondere Rolle spielt die Neun im keltisch germanischen Brauch. Die keltischen Ureinwohner von Wales verwendeten sie im praktischen Leben und in der Rechtsprechung. So darf ein bissiger Hund neun Schritte vom Haus entfernt getötet werden, erst bei neun Personen wird von einem gewaltsamen Überfall gesprochen. König Arthur hat den neunten Teil der Kraft seines göttlichen Vaters, neun Könige huldigen ihm und er hat neun Haushofmeister. In der germanischen Tradition hängt Odin neun Tage und neun Nächte am Baum und lernt dabei neun Lieder. Der Fenriswolf wird mit drei ketten und sechs anderen Dingen gefesselt.

Aber auch in der griechischen Mythologie finden wir die Neun. Der Fluss der Unterwelt Styx ist neun Mal gewunden, Herakles leistet neun Arbeiten, die Leier des Apoll ist neunsaitig, neun Musen begleiten ihn. Zu ihren Ehren hat Herodot seine Werke in neun Teile geteilt; hierher gehören auch die Enneaden, die neun Bücher des Plotin, der der Überlieferung im Alter von 81 Jahren (9×9) gestorben sein soll.

Zehn, die Zahl des abgerundeten Ganzen

„Seit alters her wurde diese Zahl geehrt, denn dies ist die Zahl der Finger, daran wir zählen“ sagt Ovid, und zumindest in unserem westlichen Kulturkreis sind die zehn Finger die Basis unseres Dezimalsystems geworden. (Die Kelten, Azteken und Mayas hatten ein Zahlensystem auf 20 aufbauend, was wir heute noch im Französischen in quatre vingt finden). Für die Pythagoräer ist die Zehn die allumfassende Mutter, ist sie doch die Summe der ersten vier Zahlen 1+2+3+4=10 und kann als gleichseitiges Dreieck darge­stellt werden. Für die Pythagoräer heißt das, dass aus dem Urgrund des Seins, dem Ur-Einen und der Polarität der Erscheinungen, der dreifachen Wirkung des Geistes und der Vierzahl der Materie (4 Elemente) die umfassende Zehn entsteht. Für die Pythagoräer beschreibt die Tetraktys die Struktur der Wirklichkeit überhaupt, denn in ihr sind die drei Grundprinzipien der Wirklichkeit enthalten und das Prinzip der Projektion, durch das sich diese Grundprinzipien auf einer anderen Ebene wiederholen. So wird auf einer neuen Ebene die Vielheit wieder zur Einheit, und im mystischen Sinn ist Zehn das Gleiche wie Eins.

Die jüdische Tradition ist sich der Bedeutung der Zehn bis heute bewusst. Nicht nur sind Israel die zehn Gebote mitgeteilt worden, sondern die Welt ist – wie der Sohar weiß – in zehn Worten erschaffen worden, denn zehn Mal heißt es „und Gott sprach“. Damit ist für die Kabbala die Grundlage der Lehre von den Sefiroth gegeben, und so sehen die Kabbalisten den Thron Gottes auf zehn Säulen stehen.

Die jüdische Tradition entwickelte das Zehnersystem in genialer Weise in den zehn Sefiroth, jenen zehn archetypischen Zahlen als Grundmächten des Seins. Aus den Zu­sammenhängen dieser Sefiroth lässt sich das ganze kosmische Wesen entwickeln, wie es die mittelalterlichen Kabbalisten unter Verwendung der Gleichungen zwischen Buch­staben und Zahlen und gematrischen Manipulationen getan haben. Doch darf man über diesen mystischen Spekulationen die praktische Seite der Zehn, den Zehent nicht ver­gessen.

Geliebte Brr..., dieses Baustück erhebt keines Falls Anspruch auf Vollständigkeit, so habe ich bewusst die Zahlensymbolik in der Mythologie Asiens beiseite gelassen, zum Einen, um den Rahmen eines BS... nicht zu sprengen, zum Anderen, weil mir diese Mythologie fremd ist. Literatur für den einschlägig Interessierten gibt es genug; mein Ziel ist, Material zu diesem Thema zusammenzutragen und vielleicht den einen oder anderen für diese Art des Denksports zu begeistern.

Literatur:

  • Dietzfelbinger Konrad; Mysterienschule, vom alten Ägypten über das Urchristentum bis zu den Rosenkreuzern der Neuzeit; Diederichs Gelbe Reihe, Eugen Diederichs Verlag, München 1997
  • Endres Franz Carl, Schimmel Annemarie; das Mysterium der Zahl, Zahlensymbolik im Vergleich; Diederichs Gelbe Reihe, Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen, München 1984
  • Ferré Jean; Dictionnaire des Symboles maçonniques, éditions du Rocher, 1997
  • Lennhoff Eugen, Posner Oskar, Binder Dieter A.; internationales Freimaurer Lexikon; F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München 2000
  • Ligou Daniel; Dictionnaire de la Franc-maçonnerie, Presses universitaires de France

Abstract

Die Formel „in der uns heiligen Zahl“ setzt eine Initiation, ein geheimes Wissen voraus, das erfahren oder zumindest mitgeteilt wurde. Schon unsere Brr... Werkmaurer wurden in die Gedanken von Pythagoras, Platon oder Aristoteles eingeweiht; und so können wir Brr... FM... auch nichts anderes als uns der Zahlen weiter zu bedienen.

In unserem Kulturbereich, der durch christlich-jüdische aber auch islamische Traditionen geprägt ist, baut die Beschäftigung mit den Zahlen, hauptsächlich auf den Pythagoräern und den von ihnen geschaffenen Grundlagen auf.

Vorderasiatische Traditionen, Gnosis, Kabbala und Neuplatonismusprägen die Zahlensymbolik. Auch heute noch ist unser Leben von Zahlensymbolik erfüllt, und wir stoßen hier in einen Grenzbereich, in dem sich Tradition einerseits und Psychologie andererseits treffen.

Im Folgenden werden Bausteine für die Symbolik der Zahlen von ein bis zehn gebracht.

Eins, die Zahl des Urgrundes

Zwei, Polarität oder Entzweiung

Drei, die umfassende Synthese

Vier, die materielle Ordnungszahl

Fünf, die Zahl des Lebendigen

Sechs, die vollkommene Weltzahl

Sieben, die Säulen der Weisheit

Acht, die glückhafte Acht

Neun, die potenzierte heilige Drei

Zehn, die Zahl des abgerundeten Ganzen

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