Ritual-Symbol-Mythos

Ritual

Das Ritual ist für die FMei konstitutiv, denn die Bruderschaft lebt mit und vom Ritual. Das Ritual ist gewissermaßen die conditio sine qua non, also die Bedingung, ohne welche die FMei ihrer Grundlagen beraubt wäre. Im Ritual werden die Rhythmen von Raum und Zeit nachvollzogen und im menschlichen Erleben und Handeln auf individueller wie sozialer Ebene abgebildet.

Rituale geben Struktur in Zeit und Raum und schaffen damit Sicherheit, Ordnung und Gewissheit. In der gewohnheitsmäßigen Wiederholung des immer wieder Gleichen findet der einzelne Br... die Gelegenheit, sich auf die Lehren der FMei einzulassen und diese so wirken zu lassen. Neue Sinnebenen werden nicht abstrakt, sondern körperlich und konkret in der brüderlichen Gemeinschaft erleb- und erfahrbar. Dieser andere Erlebnisraum stiftet Gemeinschaft durch eine Identifizierung, die wiederum neue Identität ermöglicht.

Symbol

Die Symbole sind die Sprache der FMei. Der Umgang mit einem Symbol ist die Leistung des menschlichen Denkens schlechthin. Die Bedeutung eines Symbols geht über den Sinneseindruck hinaus; damit gewinnt der Br... Abstand zu seiner Gemütsverfassung. Durch das Symbol wird der potentielle und der aktuelle Erlebnisraum in einen Rahmen gestellt, der Ordnung und Sinn ermöglicht. Es bedarf der Symbole, um die Orientierung wie auch die Verallgemeinerung von Ereignissen rituell zu repräsentieren. Gemeinsam mit dem Ritual sprechen die Symbole Ratio und Emotio gleichermaßen an.

Mythos

Der Mythos, die gemeinsame Saga, bindet die Gemeinschaft der Brr... zusammen. Ein Mythos ist eine gemeinsame Vorstellung, ein gemeinsames Konzept, einer Kultur, die begrifflich empirische Beobachtungen und imaginäre Deutungen so verknüpfen, dass Zusammenhänge des Lebens auf einen Sinn interpretiert werden, einen Sinn, der dem einzelnen Menschen eine erkenntnismäßige und emotional nachvollziehbare Handlungsorientierung verleiht. Damit trägt der Mythos, die gemeinsame Saga, die verbindliche Ordnung, die durch Ritual und Symbol Grund gelegt wird.

In der FMei ist dieser Mythos die Saga vom Bau des Tempels der Humanität. Zunächst verstehen wir einander als Bauleute, die frei und mit geheimem Wissen ihre Kunst ausüben. Dann übertragen wir dieses Bild auf den Bau des Tempels Salomos. Der dritte Schritt ist die Vision den Tempel der allgemeinen Menschenliebe, den Tempel der Humanität zu bauen, dessen Bausteine alle Menschen sein sollen.

Ein Projekt, das gelingen soll, braucht alle drei Elemente. Es braucht Ordnung, das Ritual; es braucht Verstand und Gefühl, die Symbole; es braucht eine Vision, den Mythos; Stärke – Weisheit – Schönheit.

Rituale, Symbole und Mythen sind die für Freimaurer bestimmende Elemente. Sie inszenieren für uns einen Sinnzusammenhang, um auf das Ganze zu verweisen. Sie zelebrieren das Erlebnis von Sinn, der sich im freimaurerischen Ideal der Humanität offenbart.

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