Instruktion für neu beförderte Brüder Gesellen

Mit eurer Beförderung haben die Brr... der L anerkannt, dass ihr nun keine unmündigen LL mehr seid. Wenn ihr das heilige Maurerwort gefragt werdet, müsst ihr den Br... 1.A nicht mehr um den ersten Buchstaben fragen, sondern ihr wisst ihn selbst. Von nun an seid ihr eigenverantwortliche Mitarbeiter am Bau des Tempels der allgemeinen Menschenliebe, …denn ihr könnt und müsst der eigenen Kraft vertrauen[1]. Ihr seid nun keine unwissenden LL mehr, die nur von der sicheren Hand des Br... geführt den Tempel betreten können. Mit der Beförderung seid ihr ein von euren Brr... MM und ältere GG anerkannter Br... FM, während ihr als L als FM erkannt werden musstet. Daher antwortet ihr auch auf die Frage: Bist du ein FM-Gesell? Ich bin es, prüfe mich![2] Als GG habt ihr– wie es das Ritual sagt – ein bescheidenes Maß an maurerischem Wissen[3] erreicht, das euch selbstbewusst antworten lässt. Wie ihr jedoch später erfahren werdet, kann dieses Wissen trügerisch sein und euch eine Reife, eine Erfahrung und damit einen Anspruch vorgaukeln, dem ihr nicht – noch nicht – gerecht werdet.

 

Ihr seid fortgeschritten auf dem Weg der Selbsterkenntnis und reiht auch in die lange Reihe der Arbeiter am Bau ein. Eure Arbeit ist die Arbeit am kubischen Stein mit der Kelle. Die Arbeit im Steinbruch ist vorbei, ihr seid beim behauenen Stein angelangt. Friedlich und in eigener Verantwortung sollt ihr die feste Mauer errichten, die der Mörtel der Brüderlichkeit zusammenhält.

 

Es ist ab nun euer Recht und gleichzeitig eure Pflicht selbständig die maurerische Arbeit auszuüben. Ihr seid nicht mehr auf die Begleitung eines erfahrenen Br...  angewiesen, denn ihr könnt euch ritualgemäß verhalten; So ist es ab nun euer Auftrag zu wandern und andere LL zu besuchen, …gelerntes verwerten und neues Wissen mit auf den Weg nehmen[4]. Dafür braucht ihr keinen Begleiter mehr, denn der MvSt hat euch freigesprochen. In seinem Auftrag überbringt ihr die Grüße eurer Brr... und nehmt die Grüße der anderen Brr... in eure Bauhütte mit zurück.

 

Eure zweite Pflicht ist es, eure Umwelt zu erkennen und zu begreifen. Ihr seid keine rauen Steine mehr, als GG stellt ihr den behauenen Stein symbolisch dar. Aber auch dieser Stein hat noch immer Kanten und Grate, sodass ihr an eurem behauenen Stein unaufhörlich weiter arbeiten müsst. Ihr sollt aus dem Betrachten und Erleben eurer Umwelt begreifen, welche Form und damit welchen Platz euer Stein, ihr selbst, im symbolischen Bau des Tempels der allgemeinen Menschenliebe hat. Dies wird auch sicher nicht auf Anhieb gelingen. Deshalb ist euch die Kelle als Werkzeug gegeben, um mit Hilfe des Mörtels einen möglichen Platz in der Wand des symbolischen Gebäudes zu finden.[5]

 

Ausgelernt habt ihr als GG noch nicht. Im Gegenteil, ihr müsst weiter lernen, was immer wieder aufs Neue bedeutet, sich von Liebgewonnenem und Vertrautem zu lösen …wir nehmen Abschied von vertrauter Stätte[6]. Wandern heißt sich mit dem Fremden auseinander zu setzen und das Fremde vertraut werden zu lassen. Indem ihr euch auf das Fremde einlasst, können ihr euch für das wirklich Unbekannte öffnen, könnt ihr frei werden, euch vom Unbekannten überraschen lassen, wenn es denn erscheint. Es geht um das Unbekannte in der Wiederholung des Vertrauten, in der vertrauten Wiederholung. Ihr müsst euch neuen Herausforderungen stellen, Abenteuer erleben, neue Erfahrungen machen, Veränderung erleben, um schließlich als veränderte wieder heimzukehren. Erst dann seid ihr in der Lage, das Unbekannte aus dem Bekannten zu entwickeln und euch dem Meister zu nähern[7].

 

In eurer Beförderung seid ihr vom Senkblei zur Setzwaage, von der Nacht zum Tag, von Nord nach Süd, vom Mond zur Sonne, vom 2.A zum1.A gewechselt. Euer Weg hat euch aus der Dunklen Kammer in das volle Licht des Lebens geführt. Mit eurer Initiation in den Grad des Gesellen habt ihr symbolisch den Eintritt in die Welt der Erwachsenen vollzogen. Ihr kennt nun die beiden Pole eurer Existenz, habt damit Harmonie in euch erreicht und könnt euch nun noch besser kennenlernen –und so den Weg zur Meisterschaft fortsetzen, fragt euch, seid ihr wirklich fortgeschritten auf dem Weg der Selbsterkenntnis[8]. Unterwegs aus dem nächtlichen Dunkel, dem Westen, in den strahlenden Osten seid ihr nun im Süden im vollen Licht des Tages angelangt. Deshalb ist euer Platz in der Südkolonne, ihr könnt das Licht des Mittags ertragen. Dort sollt ihr Wissen und Können sammeln und euch moralisch festigen, bis es Zeit ist, den letzten, den entscheidenden Schritt zu tun.

 

Als GG seid ihr vom rauen Stein des L zum behauenen Stein des G geworden, euer Ziel ist der kubische Stein. Daher müsst ihr weiter an euch arbeiten, um das Ziel, die Vollkommenheit, zu erreichen. Durch den Weg vom 2.A zum 1.A kennt ihr nun Senkblei und Setzwaage, Senkrechte und Waagrechte und könnt so den rechten Winkel bestimmen. Die Kelle dient euch dazu, die verbleibenden Unregelmäßigkeiten mit dem Mörtel der brüderlichen Liebe auszugleichen und so eine festgefügte Wand zu bauen. Zu diesen Werksymbolen kommen der Flammende Stern, der Buchstabe G und die Zahl fünf. Gemeinsam weisen sie über den Gesellengrad hinaus und auf den Meistergrad hin, wie es im Lehrbrief unseres Br... Goethe heißt: …und nähert sich dem Meister[9].

 

War das Motto des Lehrlingsgrades „schau in dich“, so ist das Motto des Gesellengrades „schau um dich“. Der Gesellengrad dient der Schulung von Geduld und der Reflexion des eigenen Sozialverhaltens. Als Lehrling war euer Blick auf euch selbst gerichtet, auf euren rauen Stein. Nun nach eurer Beförderung sollt ihr euren Blick in besonderer Weise auf das Leben mit seinen vielfältigen Beziehungen, den freundschaftliche Umgang mit den Brr..., die gemeinschaftliche Arbeit richten. Gleich mehrfach weist unser Ritual darauf hin, … in die Kette geschlungen, weil Eintracht und Freude die Arbeit fördern, …sie haben den Wert gemeinsamer Arbeit erkannt, …ich weihe diese Stunde dem Gemeinschaftsgeist, der in unserer Bruderschaft lebt, … ich weihe Euch der Freundschaft, die unsere Herzen vereint[10]. Ihr lernt, dass ihr aus der Gemeinschaft mit den Brr... Nutzen ziehen könnt, euch aber gleichzeitig auch Verantwortung für eure Brr... und für eure Mitmenschen erwächst. In der humanitären Freimaurerei ist der Gesellengrad ein wichtiger Grad, weil er wie kein anderer die Verpflichtung der Verbundenheit der Freimaurerei zur Entwicklung unserer Gesellschaft aufzeigt und auch darauf hinweist, wie wichtig es für den Br... FM ist, nach außen zu wirken.[11]

 

Die Ermahnung des 1.A fordert euch zu gemeinsamer Arbeit auf. Leben bedeutet Tätigkeit, Arbeit, Untätigkeit Tod, Arbeit soll weder Last noch Strafe sein. Freimaurerei ist konkrete Arbeit, nicht Theorie, die irgendwann einmal in Praxis umgesetzt werden soll. Arbeit im maurerischen Sinn bedeutet diejenige Form des Schaffens, wodurch die Welt verändert werden soll, den Bau des Weisheitstempels, des Tempels der Humanität. Der Beitrag zum Bau muss weder neu noch besonders originell sein, wichtig ist allein, dass jeder seinen Teil beiträgt. Dieser Bau kann nur durch den Einsatz der gestalterischen Fähigkeiten des werktätigen Menschen fortschreiten. Ob dieses Vorhaben gelingen wird, bleibt jedoch offen; die Tempelarbeit erinnert den Br... an die Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen, wie hier in der Loge durch das Wort im Leben durch die Tat.[12] [13]

 

Ausgangspunkt der veredelnden Bautätigkeit ist die augenfällige Unvollkommenheit des Menschen. Das Verständnis der FM-ei setzt diesen Zustand der Unvollkommenheit als naturgegeben voraus und fragt – anders als die Religionen – nicht nach dessen Ursache. Denn so wie im Steinbruch kein Stein dem anderen gleicht, ist der Mensch – wie Kant sagt aus krummen Holz geschnitzt. Die FM-ei steht hier ganz in der Tradition der Aufklärung, die davon überzeugt ist, dass ein Fortschritt des Menschen in moralischer Hinsicht durch eigenes Tun möglich ist, ohne die Erlösungstat eines Gottes zu benötigen. Die FM-ei selbst verbessert den Menschen allerdings nicht. Die Fm-ei ist nämlich der festen Überzeugung, dass es in moralischer Hinsicht kaum eine für alle Menschen gültige Norm gibt. Diese Norm muss sich jeder einzelne für sich permanent erarbeiten. Was die FM-ei versucht, ist, dem Br... dabei zu helfen, zu erkennen, was er tun muss, um ein besserer Mensch zu werden. In der lebendigen Gemeinschaft der Brr... sollt ihr lernen, euch als Mensch unter Menschen wahrzunehmen, euch als Mensch unter Menschen zu erkennen zu geben und zum dem Menschen zu werden, der ihr sein könntet, immer menschenähnlicher – nicht gottähnlicher – zu werden.

 

Aus vielen behauenen und doch verschiedenen Steinen soll der Salomonische Tempel entstehen. Jede Arbeit, die wir tun, ist nur ein Schlag auf Eisen, das ein anderer vor uns geglüht hat und mit dem nach uns ein anderer arbeiten wird.[14]

 

FM-ei ist Einübungsethik[15], etwas, was der deutsche Freimaurer Hans Hermann Höhmann auch als „Laut Denken mit dem Freund“ bezeichnet. FM-ei kennt keine Gesinnungsethik sondern ausschließlich Verantwortungs- und Tugendethik. Auftrag im Gesellengrad ist es, sich gemeinsam in den Tugenden so zu üben, dass der einzelne Br... in einer konkreten Situation gar nicht anders kann, als die gelernte, geübte Tugend auszuüben. Der andere mag zwar anders sein, und anders denken als ich, dennoch ist er als Br... nicht so verschieden von mir, …erkennen an sich, was sie an anderen tadeln…, …werden Bescheidenheit und Duldsamkeit lernen.[16]

 

Was in ethisch – moralischer Hinsicht zu erwarten ist, haben wir im Umgang mit Menschen in der Praxis erlernt. Wer mit Menschen zu tun hat, die einen anderen Glauben, eine andere Kultur, andere Gewohnheiten und andere Sitten haben als man selbst, gewinnt einerseits ein Bild von den sich überall gleich ausbildenden Werten und gewöhnt sich andererseits an die Unterschiede. Er lernt dabei, seine eigene Auffassung für weniger wichtig zu nehmen.[17]

 

Max Weber spricht davon, dass alles ethisch orientierte Handeln unter zwei voneinander grundverschiedenen, unaustragbar gegensätzlichen Maximen stehen kann: es kann gesinnungsethisch oder verantwortungsethisch orientiert sein. Weber erkennt einen Abgrund tiefen Gegensatz, ob man unter der gesinnungsethischen Maxime handelt – religiös geredet -: der Christ tut recht und stellt den Erfolg Gott anheim, oder unter der verantwortungsethischen : dass man für die voraussehbaren Folgen seines Handelns aufzukommen hat… .Der Verantwortungsethiker … rechnet mit eben jenem durchschnittlichen Defekten der Menschen, … er fühlt sich nicht in der Lage, die Folgen des eigenen Tuns, soweit er sie voraussehen konnte, auf andere abzuwälzen.[18] Als Verantwortungs- und Tugendethiker müssen wir uns also ständig darin üben, die Folgen unseres Tuns möglichst präzise einzuschätzen, denn auf die Anweisungen einer höheren Autorität – ganz gleich ob ein Gott oder eine staatliche Autorität – können wir uns als FM nicht berufen.

 

Das Konzept der Tugend- und Verantwortungsethik transportiert sehr viel weniger Feindseligkeit als das Konzept der Gesinnungsethik. Unter dem Deckmantel der Gesinnungsethik wurden in der Menschheitsgeschichte bis in die Gegenwart die schlimmsten Verbrechen begangen, ja ich gehe so weit, zu behaupten, dass diese Akte der Inhumanität mit dem besten und reinsten Gewissen vollzogen worden sind, das man sich nur vorstellen kann. In der Berufung auf sein Gewissen stützt sich ein Handelnder in jedem Fall auf die innere Instanz einer Bewertung nach Gut und Böse, die durchaus im Gegensatz stehen kann zu der Bewertung nach nützlich – schädlich, verantwortlich – unverantwortlich. Gegen moralischen Autoritäten – wie sie Religionen und Kirchen darstellen – fordert euch der ZM während der 3. Reise auf zu kämpfen, …seid Kämpfer für … die geistige Freiheit des Menschen[19].

 

Der Gesellengrad ist der Grad des Lebens; so ist die zentrale Frage: wie gestalte ich mein Leben, was ist der Sinn meines Lebens? Es geht darum, das Leben im hier und jetzt als Aufgabe zu begreifen und nicht einer verklärten Vergangenheit nachzutrauern oder auf eine hoffnungsvolle Zukunft zu warten. Der Gesellengrad fordert uns auf, unser Leben aktiv zu gestalten. Dazu soll euch die Geometrie, die 5. Wissenschaft, auf die der Buchstabe G im Flammenden Stern hinweist, helfen. Die Zahl Fünf findet ihr in den Reisen genauso wie in eurem symbolischen Alter und dem Flammenden Stern. Der Buchstabe G ist der fünfte Buchstabe im Alphabet, und die Geometrie ist die fünfte der sieben freien Wissenschaften der Scholastik.

 

Mit Geometrie ist die nach ewigen Grundgesetzen zu befolgende sittliche Ordnung einer geistigen Welt gemeint[20]. Die Kenntnis der Geometrie hilft dem Br... FM das rechte Maß und Verhältnis aller Dinge zu finden. Der ganze Himmel ist Harmonie und Zahl, lehrte schon Pythagoras an seiner Mysterienschule in Krotona und wies seine Schüler an, die Gesetze der Musik und das Wesen der Zahlen zu erforschen, nach der Harmonie zu suchen, welche Himmel und Erde, Sterne und Seele im Wohlklang vereint.

 

In den Anderson‘schen Konstitutionen heißt es: Adam, unser Urvater, der nach dem Bilde Gottes, des grossen Baumeisters des Universums, geschaffen wurde, muss die Freien Künste, vor allem Geometrie, in seinem Herzen eingeschrieben haben.[21] Als FM stehen wir in Tradition der großen Denker und Geometer, beginnend mit Thales von Milet, über Pythagoras zu Euklid, weiter zu Vitruv und schließlich zu den Kathedralenbauern der Gotik[22].

 

Für uns FM ist der flammende Stern zunächst einmal und vor allem das Symbol der menschlichen Vernunft, des logischen Denkens und des Wahrheit suchenden Geistes. Er verkörpert also die Fähigkeit zur Erkenntnis, zur Unterscheidung von Gut und Böse und kann daher auch im Dunkeln, d.h. wenn keine Orientierung an äußeren, objektiven Maßstäben möglich ist, leuchten. Der Mensch ist von sich aus, von innen heraus, erkenntnisfähig, lautet die Botschaft. Wir besitzen ein selbstreflexives Bewusstsein und können somit unser Handeln überdenken, in Frage stellen und verändern. Wir sind uns unserer selbst bewusst.

 

Steht das Pentagramm auf dem Kopf, so wird es ein altes Sinnbild schwarzer Magie. Der Mensch kann lügen, täuschen, sein Innerstes, sein eigentliches Wesen verbergen, und dies ist oft nicht die Ausnahme sondern der Regelfall. Das ist dies typisch menschlich und die Schattenseite des erkennenden Verstandes. Man nennt es auch Persona, die Maske.

 

Die Freimaurer umgeben den Stern mit fünf Flammenbündeln mit jeweils fünf züngelnden Flammenfingern. Diese fünf steht für die Quinta Essentia, die fünfte Essenz der Alchimisten, die über die gegebene Realität der vier Elemente, über die Dimensionen von Zeit und Raum, hinausgehende Kraft, die fähig ist, den darin verborgenen Sinn zu offenbaren. Das Pentagramm ist dafür das Zeichen und die fünf die Zahl des Menschen. Der Kabbalist betreibt numerologische Kosmogenese, versucht also aus der Symbolik der Zahlen, die Entstehung des Universums und seine Gesetzmäßigkeiten herzuleiten. Seine Formel des Menschen lautet: 2 (göttlicher Wille) + 3 (Materie) = 5. Der Mensch mit seinen fünf Sinnen und den fünf Fingern steht ihm hierbei für die Quintessenz der Schöpfung, als Mittler zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos. Deshalb hat auch der Magier Agrippa von Nettesheim 1565 den Menschen in das Pentagramm eingeschrieben, in vier Strahlen die Gliedmaßen, der fünfte umschließt den Kopf. Umgeben ist der Stern von astrologischen Planetensymbolen.

 

Es symbolisiert die Beherrschung der vier Elemente durch den Geist. Mit diesem Zeichen nützt der Geselle die Kräfte der Luft, des Feuers, des Wassers und der Erde. Damit ist das Pentagramm, der Flammende Stern, ein Zeichen der Allmacht und der Selbstbeherrschung. Das Pentagramm vollkommen zu verstehen, heißt den Schlüssel zu den zwei Welten zu besitzen. Alle Mysterien der Magie, alle Symbole der Gnostik, alle Diagramme des Okkultismus, alle kabbalistischen Schlüssel der Prophezeiung sind in dem Zeichen des Pentagramms zusammengefasst, von dem Paracelsus verkündet, dass es von allen das größte und mächtigste sei[23].

 

Das Pentagramm ist das Zeichen des Menschen und der Menschenliebe, welche den Mittelpunkt des Mikrokosmos (des geistigen Universums) bildet. Im Ritual der GL zur Sonne heißt es: Wir sehen in ihm (dem Flammenden Stern) nicht allein das Bild der Brüder- und der Menschenliebe, sondern vorzüglich das Symbol der menschlichen Vernunft, des logischen Denkens, des Wahrheit suchenden und erkennenden Geistes. Das ist der Stern, der auch im Dunkeln leuchtet, mit dessen Hilfe der Mensch sich zurechtfinden kann.[24]

 

Die fünfte Wanderung findet in der Beförderung noch nicht ihr Ende. Während eurer Gesellenzeit setzt ihr sie symbolisch fort. Ihr versucht euch dem leuchtenden Osten anzunähern, wie es euch der Lehrbrief unseres Br... Goethe verheißt; und so dauert eure fünfte Wanderung bis zu eurer Erhebung in den Meistergrad ist; …und nähert sich dem Meister.[25]

 

 

 

Abstract

Mit der Beförderung zum G erkennen die Brr... der L an, dass der L in seiner Arbeit am rauen Stein fortgeschritten ist und ein gewisses Maß an Wissen erreicht hat. Damit hat der Br... G den Auftrag und die Pflicht selbständig nach vorgefassten Plan am großen Werk zu arbeiten. FM-ei bedeutet konkrete Arbeit nicht spekulative Planung, die vielleicht einmal in einem konkreten Werk enden wird. Die Arbeit der Brr... FM GG ist Einübungsethik in Tugend- und Verantwortungsethik, den die FM-ei kennt – anders als alle heilbringenden Ideologien – keine Gesinnungsethik. Die Arbeit als G besteht darin, sich in den Tugenden so zu üben, dass der Br... G im Anlassfall nicht anders kann, als sich diesen Tugenden zu unterwerfen. Die Übung in der Verantwortungsethik steht unter der Herrschaft des Intellekts, wofür der Flammende Stern symbolisch steht. Der Flammende Stern mit dem Buchstaben G, der auf die Geometrie als die fünfte Wissenschaft hinweist, ist das Symbol der menschlichen Vernunft, des logischen Denkens und des Wahrheit suchenden Geistes. Er verkörpert also die Fähigkeit zur Erkenntnis, zur Unterscheidung von Gut und Böse und kann daher auch im Dunkeln, d.h. wenn keine Orientierung an äußeren, objektiven Maßstäben möglich ist, leuchten. Unter der Leitung des Intellekts ist der Mensch von sich aus, von innen heraus, erkenntnisfähig und ohne Erlösungstat im Stande, sich hin zur Humanität zu entwickeln, also menschenähnlicher zu werden. Der Flammende Stern weist dem Br... FM G den Weg zur Meisterschaft.

[1] Ritual der Beförderung, GLvÖ

[2] Ebd.

[3] Ebd.

[4] Ebd.

[5] Cf: http://www.moderne –freimaurerei.de

[6] Ritual der Beförderung, GLvÖ

[7] Ebd.

[8] Ebd.

[9] Ebd.

[10] Ritual der Beförderung, GLvÖ

[11] http://www.moderne-freimaurerei.de, Zugriff 27.10.2012, 21.00 Uhr

[12] Zum Thema Arbeit in der FM cf. Grün Klaus-Jürgen, Menschenähnlichkeit, zum Unterschied zwischen humanitäterer Freimaurerei und Religion, S. 150ff. & S 167f

[13] Ritual 1.°, 2.°, 3.° GLvÖ

[14] Ritual der Beförderung, GLvÖ

[15] Hammacher Klaus, Einübungsethik – Überlegungen zu einer freimaurerischen Verhaltenslehre. Festschrift zum 75. Geburtstag des Autors, Schriftenreihe der Forschungsloge Quatuor Coronati Bayreuth Nr. 45/2005

[16] Ritual der Beföderung, GLvÖ

[17] Grün Klaus – Jürgen, Menschenähnlichkeit, zum Unterschied zwischen humanitärer Freimaurerei und Religion S. 166

[18] Weber Max, Politik als Beruf, 1919

[19] Ritual der Beföderung, GLvÖ

[20] Reuss Theodor, Unterweisung im Gesellengrad, Instruktion 1927

[21] Zitiert nach: Troxler Eduard; wer die Geometrie nicht beherrscht, möge hier nicht eintreten; Schweizer Freimaurerrundschau: August/September 2003

[22] Troxler Eduard; wer die Geometrie nicht beherrscht, möge hier nicht eintreten; Schweizer Freimaurerrundschau: August/September 2003

[23] Lévi Eliphas, transzedentale Magie

[24] Ritual der Großloge zur Sonne, 1. Hälfte 20. Jahrhundert

[25] Ritual der Beförderung, GLvÖ

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